Finale Kärnten Februar 2007

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Erklärung

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BarCamp Kärnten 2007

Freunde des Internet diskutieren beim BarCamp in Kärnten über Web 2.0

An der Universität in Klagenfurt hat am Wochendende (von 2. bis 4. Februar) das erste BarCamp Kärnten stattgefunden. Nach einem kleineren Treffen in Wien vor einem halben Jahr war dies mit knapp 100 Teilnehmern das erste große BarCamp in Österreich. Es ging um Web 2.0, Social Media sowie die damit verbundene Technologie, neue Kommunikationsmittel, Barrierefreiheit im Internet aber auch um ganz andere Themen wie etwa effizientes Zeitmanagement. Angekündigt wurde das Symposium vor allem via Mundpropaganda im Internet.

Die Community kennt dabei keine Grenzen. Viele kluge Köpfe kamen auch aus Deutschland in die südlichste Landeshauptstadt Österreichs. "Die kommen nicht zu mir nach Hause, aber zu einer solchen Veranstaltung kommen sie", erklärte einer drei Initiatoren, der Journalist Georg Holzer seine Motivation. Er, die Eventmanagerin Daniela Terbu und der PR-Experte Ed Wohlfahrt haben sich, ganz im Sinne ihres eigenes Projektes erst vor zwei Monaten kennengelernt. Die Idee enstand im Austausch über die Blogs.

BarCamps funktionieren anders. Die Teilnahme ist gratis. Dafür gibt es auch kein streng festgelegtes Programm und keine lange im Voraus fixierten Workshops. Jeder der will, kann vortragen oder diskutieren. Lediglich eine grobe Agenda, einsehbar auf der Homepage (www.barcamp.at), wird vorab festgelegt. Das Programm entsteht vor Ort, basierend auf dem einfachen Prinzip von Angebot und Nachfrage. Die einzige Bedingung, um an einem BarCamp teilnehmen zu können, ist die Bereitschaft, Wissen mit anderen zu teilen. Ob dies nun in Form eines Vortrages oder im Rahmen eines sechs Augen Gesprächs geschieht ist völlig egal. Wichtig ist bloß, dass jeder Teilnehmer bereit ist, andere an seinem Know-how teilhaben zu lassen.

Terbu: "Es ist eine Veranstaltung 2.0, bei der man selbst etwas beiträgt und sich einbringt." Nichts ist verboten, alles ist erlaubt. Die Stars der Veranstaltung sind die Teilnehmer selbst. "Am Anfang war uns ein wenig mulmig zumute", gestand Ed Wohlfahrt ein. "Wir hatten Angst, dass die Veranstaltung vielleicht zu techniklastig wird - und damit manche Leute verschreckt werden könnten." Doch die Befürchtung sollte sich als unbegründet erweisen: Lebhafte Debatten, viele Nicht-Techniker, die voll eingebunden wurden, und völlige transparente Kommunikation kennzeichneten die beiden Tage. "Was ich in den Alltag mitnehme, ist die Offenheit, die völlige Transparenz und der uneingeschränkte Austausch von Informationen. Niemand hat sich versteckt", sagte Wolfahrt.

Im Zentrum standen vor allem Weblogs. Kernbotschaft: Es gibt keine Hürden mehr, um publizieren zu können. In Österreich ist die Gemeinde der Blogger im Vergleich zu den Nachbarn in Deutschland noch recht klein. "Inoffiziellen Dunkelziffern zufolge sind es rund 20.000 Blogger", erklärte Dani Terbu. Weltweit sind es mittlerweile rund 70 Millionen. Veranstaltungen wie das BarCamp bieten jedoch einen guten Einstiegspunkt für Interessierte, um sich gemeinsam mit Experten dem Thema anzunähern.

Für Session zu jeweils einer halbe oder einer vollen Stunde standen zwei Tage lang zwei Räume zur verfügung. "Der Stundenplan ist spontan entstanden und war bald voll ausgefüllt. Wenn einmal für jemanden nichts dabei war, dann hat er sich in die Aula auf einen Kaffee gesetzt und dort Leute kennen gelernt", so Terbu.

Das Feedback der Teilnehmer war durchwegs positiv. "Inhaltlich bietet dieses kleine, aber feine Event weit mehr als die großen europäischen Konferenzen wie zum Beispiel der DLD in München" so Markus Hofstädter, der als Vertreter von Telekom Austria am BarCamp teilgenommen hat. Mitorganisatorin Terbu zeigte sich begeistert "von der Resonanz und der großen Bereitschaft der Teilnehmer sich einzubringen".

Zu dem Treffen hatten die Veranstalter auch Microsoft-Gründer Bill Gates eingeladen, der derzeit auf Kurzbesuch in Europa ist. "Ich weiß, wir sind nicht (das Weltwirtschaftsforum in) Davos, aber wir sind eine ganze Menge Technikfreunde, die Technologie, Software und das Internet feiern", schrieb Holzer in seiner Einladung. Geantwortet hat Gates nicht. Dennoch hat der Konzern wie eine Reihe von anderen Firmen die Veranstaltung mit gesponsert. Als Unterstützer mit dabei waren außerdem auch die Telekom Austria, Martrix, die Industriellen Vereinigung Kärnten, die Wirtschaftskammer Kärnten, future bytes, die Universität Klagenfurt, das build! Gründerzentrum Kärnten, Techtalk, Net-Solutions, der IT Campus und Hitflip.

Öffentliche Gelder sind laut Holzer nicht geflossen: "Wir sehen öffentliche Förderung als ersten Tropfen Treibstoff, bis ein Vehikel läuft. Unser Auto läuft schon."

Die BarCamp-Idee kommt ursprünglich aus den USA. Technikbegeisterte wollten einen bewussten Gegenpol zu herkömmlichen IT-Konferenzen bilden - bei denen die Teilnehmeranzahl begrenzt und die Themen streng vorgegeben sind. Das erste BarCamp war ein Treffen einer Reihe von Technologie-Freaks in Palo Alto im amerikanischen Silicon Valley im August 2005. Seither haben weltweit bereits rund 100 Treffen dieser Art stattgefunden. Beim ersten BarCamp in Österreich, das im Herbst 2006 in Wien über die Bühne ging, waren rund 20 Teilnehmer gekommen. Das nächste große Treffen in Kärnten ist laut PR-Manager Ed Wolfahrt spätestens im nächsten Jahr geplant.