Zusammenfassung Session Inklusion/Exklusion - Macht

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Web 2.0 und Macht

Macht nach Foucault: In jedem menschlichen (sozialen) Bereich geht es um Kräfteverhältnisse, die dynamisch versteh- und interpretierbar sind, d.h., sie sind veränderbar. Foucault definiert Macht nicht per se negativ – auch Widerstandsformen sind Machtformationen.

In den virtuellen und sozial definierten Räumen geht es immer auch um Kräfteverhältnisse – also auch um Machtformen.

Ein entscheidender Machtfaktor ist die „positionelle“ Macht des Innen und Außen (Inklusion und Exklusion), der sich im Verständnis des Unterschiedes von System und Netzwerk niederschlägt. System kann es nur geben, wenn es ein Außen durch Grenzen gibt. Soziale Netzwerke sind grundsätzlich offen, wobei auch hier Grenzziehungen nötig sind und es notwendige Ein- und Ausstiegsformen braucht.

Ein zweiter Machtfaktor ist das Verhältnis von „oben“ und „unten“, vom sozialen Status (soziales Kapital – Bourdieu). Wer z.B. über viele Kontakte verfügt, hat nicht nur nominell eine höheren Status, sondern verfügt über mehr Handlungs- und Optionsmöglichkeiten.

Die z.T. unterschätzte Machtform ist die der Zeit (Stichworte – Dauerpräsenz vs. Geschichte(n); Freiheit vs. Abhängigkeit; Lebenszeit vs. Soziale Zeit...).

Spannung zwischen Sprache und Kommunikation. Die schöpferische und letztlich nicht begrenzbare Dimension von Sprache (und Gott sprach...) ist kommunikativ und informativ nicht einholbar. Beredtes Schweigen ist in Grenzbereichen des Lebens das einzig mögliche Ausdruckmittel.